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14.05. Nicht nur der Himmel weint

Diese globale Erwärmung immer. Satte 9°C am Vatertag. Fast zweistellig. Freitag ist es nicht viel besser. Aber wenigstens sind jetzt die Teilnehmer ziemlich vollzählig. Also erstmal alle loben, die es am Mittwoch noch in irgendeiner Weise eine Nachricht zu schicken, dass sie sich nicht einloggen konnten. Gleich zu Beginn gesagt, dass mein Wunsch-Ansprechpartner erst offline gehen darf, wenn ich es erlaube. Die Sache mit der Gruppe muss geklärt werden. Vier Ohren-Konferenz. Ein Teilnehmer macht wohl überhaupt nicht mit, wird den ganzen Tag als anwesend angezeigt, reagiert aber nicht. Beiträge zur Gruppenarbeit bisher gleich Null. Die Stimmung ist geladen. Okay, es wird einen Anruf geben und den Versuch, die Geschichte auf Team-Ebene zu klären. Es ist keinem geholfen, wenn die Geschichte größere Kreise zieht. Rückmeldung dann später.

Nebenbei ist es dem Projektmanager noch eingefallen, dass man für die argwöhnische Bundesagentur ja nicht nur die morgendlich und nachmittägliche Präsenz erfassen sollte, sondern auch noch "Stichproben" im Laufe des Tages. Also protokolliere ich während ich Anrufe, Mails, Chat-Nachrichten beantworte noch mit, wer sich wann im welchem Medium geäußert hat, wer sich wann ein- und ausloggt. Nach ca. 5 Stunden breche ich den Versuch ab. Es ist einfach nicht praktikabel. Bei einer Gruppe weiß ich, dass sie sich mittags regelmäßig per Skype treffen. Nur bin ich eben nicht dabei. Was soll ich dokumentieren?

Inzwischen kommt die Rückmeldung. Der Teilnehmer legt die Freiheiten wohl sehr weit aus. Ich spekuliere mal, dass er schlicht und begreifend nicht anwesend ist.

Zwischenzeitlich mal wieder ein Anruf. Probleme mit den Finanzen. Das Geld reicht noch gerade bis zum Ende der Maßnahme. Nebentätigkeiten sind nicht möglich, weil eine wie auch immer kurzfristige Abemldung von der Arbeitslosigkeit, die Maßnahme sofort beendet. Also wie am Ende der Maßnahme das Leben bestreiten? Es fließen die ersten Tränen.

Eine eigentlich recht erfolgreiche Woche geht dem Ende entgegen. Seltsamerweise wollen die Teilnehmer nicht sofort offline gehen, sondern sich noch mal gruppenweise zusammenhocken. Nun kann ich nicht mehr anders und muss zur Problemgruppe, die wieder nicht vollzählig da ist. Es fehlt mal wieder ein Teilnehmer. Die Stimmung ist gereizt. Nein, er habe nie etwas gesagt, man hätte sich ja auch sonst mal zu anderen Zeiten treffen können. So aber, wenn keiner was weiß,.. unprofessionell, respektlos, "Der braucht uns, wir ihn nicht". "Der hat den Job bekommen, den ich gerne gehabt hätte und nun glänzt er hier durch Abwesenheit". Es fliessen kurz mal wieder Tränen, aber dank der anderen bekommen wir das wieder in den Griff. Nach einer Stunde dreht sich die Diskussion nur noch im Kreise, also mindestens eine Nacht drüber schlafen. Keine Schnellschüsse. Es wird einen weiteren team-internen Anlauf geben, die Kuh vom Eis zu bekommen.

Na denn, schönes Wochenende

18.5.10 00:50

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